Erfahrungsbericht vom Trommelbau

Ich sags ja immer: Mit Schamanen und Trommeln ist es wie mit Frauen und Schuhen. Man kann nicht genug davon haben. Für jeden Einsatz eine passende.

Beim Trommelbau bin ich ja eher für die Versorgung und das Zusammensuchen aller notwendigen Sachen (Pflaster usw 😉 ) zuständig. In diesem Jahr ist dabei „ganz zufällig“ auch noch eine  Trommel für mich entstanden.

Während der ersten schamanischen Reise die ich trommelnd begleite – hatte ich einfach gefragt ob ich eine bauen darf/soll und sofort kam ein klares: Ja.

Eine Heiltrommel für die Schattenarbeit, ganz dunkel, sanft und tief sollte sie werden.

Wie soll denn das denn klappen?? Wir hatten noch schwarze Ziegenhaut übrig, aber Ziege klingt eigentlich sehr hell und leicht.

Ich sollte mir aber nicht so viel Gedanken machen. Die Spirits sind immer wieder für Überraschungen gut.

Bei  der nächsten Reise zur Konstruktion der Trommel wurde ich von meinen Spirits in die Wüste geführt.

Ein Schwarzes Beduinenzelt lag vor mir. Ich ging hinein, dort wartet ein älterer Mann in einem Schwarzen Kaftan mit schwarzem Turban auf mich.  Teppiche waren am Boden verteilt und kleine Tische standen dort. Metallbecher mit heißem Tee.  Er winkte mich zu sich auf den Boden.

„Metall geht beim Reisen nicht kaputt und ist relativ leicht“, lacht er, als ich in Gedanken überlege warum es keine dieser wunderhübschen Teegläser sind.

Wir trinken Tee … es ist kein Schwarzer Tee sondern ein sehr süßer roter Früchtetee. Hibiskus?

Er reichte mir eine Trommel.  Ein Schwarzer Rand wie Ebenholz und eine stark gelappte Haut die den Rand zwischen den Laschen frei lies und fast bis zur Mitte gezogen war. In der Mitte ein Kreis mit einem Haltekreuz aus einem roten gewebten Band.

„Sei vorsichtig beim ziehen, Ziege ist empfindlich.  Zieh nicht in den Laschen sondern binde einen Kreis um die Kräfte zu verteilen.
Lass sie ruhig ein wenig lockerer. Sie darf schwingen, ruhig ein wenig schlapp und weich klingen.“ Erklärte er mir. Dazu mach noch ein paar Schellen die klingen

Ich war fasziniert und begann sofort nach der Reise alle Einzelheiten aufzuschreiben und zu zeichnen.

 

Nach dem Aussuchen der Rahmen und der Haut haben wir noch zwei Reisen zu diesen gemacht.

Erst reisen wir zum Rahmen. ich sehe industrielle Ernte in Osteuropa.  Als Dank soll ich Buche, Birken, Eichen und Kastanien Samen sammeln und im Herbst an einen Ort bringen wo sie wachsen können.

Die Reise zum Fell war interessant. Woher es wohl kommt?

Ich landete in Spanien … Südspanien um genau zu sein. Andalusien?  Und eine große Herde schwarz-weiße Ziegen liefen auf einer Straße entlang. Die Ziegen sind hier das wichtigste. Sie werden von einer Art Genossenschaft gehalten.  Was anders wächst hier nur schwer.  Sie halten die Vegitation kurz. Irgendwelche stachligen Büsche. Sie sorgen für das Land und ihre Bewohner.  Alles von der Ziege wird gebraucht.
Wir stellen hier wundervolle sehr bekannte Taschen und Schuhe her. Von der Lederindustrie leben hier viele Menschen, erklärte mir ein älterer Mann am Straßenrand.

Die Haut meiner Ziege, war ja nun ganz schwarz, die Ziegen hier waren alle gefleckt oder halb Schwarz halb weiß.
„Die sind eingefärbt, weil die Händler sie gleichmäßig haben wollen“, erklärte mir der Mann neben der Herde. „Pass auf das sie nicht abfärben. Die Farbe ist Chemie und nicht besonders gut. Früher haben wir sie mit Walnüssen gefärbt.“

Wie recht er doch haben sollte. Während des Wasserbades färbte sie nämlich auf die anderen hellen Hirschhäute ab.

Ich frage die Ziege wie ich ihr danken soll. Und sie bittet darum nicht in Vergessenheit zu geraten weshalb ich ein Bild von ihr malen soll.

Bei der nächsten Reise mit der fertigen Trommel lande ich wieder bei dem Beduinen in seinem Zelt.

Ich reiche ihm meine Trommel. Sie ist anders geworden als gedacht, das Fell war zu klein für die ursprüngliche Planung. „ Es ist ok für den Versuch. *lach er.  Er scheint aber ganz zufrieden. Schaut sie von allen Seiten an und schlägt sie sanft mit der Hand. Es ist eine Handtrommel. Sei sanft zu ihr“

„Rose der Wüste … „ Jetzt wo er sie benennt fällt mir auf, das die rote Spannschnur auf der Rückseite tatsächlich eine Art Rose formt. „Sie lässt die Wüste erblühen. Bringt Freude in dunklen Stunden. Lässt tränen fließen und macht den Boden fruchtbar“

„Wüstenrose“ was für ein schöner Name für eine Trommel, welche die Emotionen erweichen und lösen soll.

Ich soll noch einen Trommelstock mit ein paar Schellen als Rasselelemente für sie bauen. Einen weichen Schläger, gut gepolstert, damit das zarte Fell nicht geschädigt wird.

Weihe sie mit Wasser und Sand. Dann soll ich sie noch mit  etwas Salbei und Styrax abräuchern. Das wäre ihre Mischung die ich auch beim arbeiten einsetzten kann. Als Dank soll ich „die Wüste zum blühen bringen“ Blumensamen in der Wüste verteilen? Gehen  vielleicht auch Seedbombs in die Betonwüste der Stadt?

WüstenroseSo ist sie entstanden, meinen neue Trommel ….

Be-Geistert Leben. Der Weg zum Schamanen in Dir!

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