Schamanisches Channeln

„Wie ist das denn so, wenn ich mit einer Frage zu dir kommen.? Wie läuft denn so eine Schamanische Reise ab? Machen wir da Rituale und ist das nicht irgendwie unheimlich wenn du die Geister rufst und so?“  wurde ich diese Woche gefragt.

Nein, keine Angst, es ist ganz einfach. Wir besprechen kurz worum es bei deiner Frage geht und gehen nach unten in unsere Schamanenstube. Dort machen wir es uns beide auf vielen Kissen, Decken und Fellen bequem und ich räuchere und trommel ein wenig. Dabei nehm ich Kontakt zu meinen Spirits auf und schaue was sie mir erzählen können. Die Antworten kommen in Bilder und Worten, ähnlich wie Träume. Danach erzähle ich dir was ich an Informationen dazu erhalten habe. Ich schreibe es auch auf, weil ich schnell etwas davon vergesse. Diese schriftlichen Aufzeichnungen bekommst du als PDF zugesandt, damit du selbst überlegen kannst, wie du die Hinweise der Spirits verstehen und umsetzten kannst.

Ein Beispiel aus dieser Woche. Eine Reise für die Frage einer Klientin (Die ich jetzt nicht dazu schreibe):

Ich gehe in die untere Anderswelt und suche meinen Japanischen Geistlehrer auf. Es ist ein wenig schwierig die Brücke zu überschreiten. Ich brauche mehrere Anläufe bis das Bild stabil bleibt.
Drüben kann ich ihn erst mal nicht sehen und gehe durch den Park zu den Häusern hinüber. Da steht er und winkt mich heran.
Wir betreten eines der Pavillons und ich erkenne – woran auch immer – das er mich zu einer Tee Zeremonie bittet.
Wir ziehen unsere Schuhe aus. Waschen unsere Hände und trete in ein kleines Extrazimmer ein.
Zwei Sitzmatten liegen darin sonst nichts. Eine Geisha kommt und stellt einen flachen Tisch auf. Sie bringt eine Feuerschale mit heißen Kohlen.
Und alles Mögliche andere. Kannen, Gefäße, Löffel,
Alles wird sehr akkurat aufgebaut.
Aus einer Schale schöpft sie Wasser für den Kessel, der auf die Glut platziert wird. In einem anderen misst sie Tee ab.
Sie stellt Tee Schalen vor uns ab. Eine für meinen Meister und zwei für mich. Ich bin verwundert und will fragen. Doch er schüttelt kurz den Kopf und schweigt.
Also schweige ich auch und warte ab was weiter passiert. Erstmal gar nichts. Die Prozedur des Teetrinkens dauert.
Irgendwann gießt sie den Tee in die Schalen. Meinem Meister zuerst und dann in meine Beiden.
„Probier den Tee“, sagt er und weist auf eine der Tassen.
Ich nehme die Tasse und trinke; der Geschmack und Geruch erinnern mich an Jasmin Tee.
Ich schaue ihn an „Probier den anderen“ sagt er.
Ich trinke aus der anderen Tasse.
„Welche schmeckt besser?“ Fragt er
Ich wundere mich; „Wieso besser, es ist doch der gleiche Tee. Keiner ist besser als der andere.“ Ich weiß nicht worauf er hinaus will.
„Woher weiß du dass es der gleiche Tee ist?“ fragt er.
„Ich habe gesehen, wie er zubereitet und eingegossen wurde.“ Ich überlege die ganze Zeit, worauf ich jetzt achten soll Ich bin verwirrt.
„Nimm die erste Tasse“ fordert er mich wieder auf.
Ich trinke einen Schluck.
„Nimm die zweite Tasse“, wiederholt er seine Anweisungen.
„Macht es einen Unterschied welche Tasse du nimmst?“
Ah, darauf will er hinaus, die Tassen sind beide etwas unterschiedlich. Die eine ist mit rosa floralen Muster und die andere mit blau-goldenen Ranken.
Aber das ist nur äußerlich, überlege ich laut. Der Tee ist trotzdem der gleiche.
Welche würdest du wählen? ist seine nächste Frage.
„Was macht es für einen Unterschied?“ versuche ich eine Gegenfrage. Weiss aber das er darauf nicht antwortet. Ich sage: „Es macht keinen Unterschied welche Tasse es ist, wenn ich den Tee trinken will. Es geht doch um den Inhalt“
Er lächelt und schlürft an seinem Tee.
„Es macht keinen Unterschied, wenn du es weißt.“
Er stellt seine Tasse ab.
„Würde es einen Unterschied machen, wenn du die Zubereitung des Tees nicht gesehen hättest?“
Ich überlege;“ Ja, vielleicht. Dann würde ich vielleicht die Tasse wählen, die mir besser gefällt und mehr darauf achten ob es einen Unterschied im Geschmack gibt. Ich glaube ich würde keinen Unterschied erkennen.“
Er nickt: „Dein Wissen beeinflusst die Entscheidung, ob du das äußere oder das innere wählst“
Ich überlege jetzt, wo der Zusammenhang zu meiner Frage ist.
Er lächelt: „Willst du es wirklich wissen, musst du die Teekanne fragen.“
Wir verlassen den Raum und ich kehre zurück.

 

 

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