November – Die Eibe

Im Schatten der anderen steht sie, aber dennoch erhaben. Aufrecht und Breit nimmt sie ihren Platz ein und duldet niemanden neben sich. Und alt kann sie werden, sehr alt. Schon im Tertiär kam sie in Europa vor.

Ihre ursprüngliche schützende Kraft wird heute gerne beschnitten, als Taxus Hecken kennt sie manch einer noch, die Eibe Taxus baccata. Ein Lebensbaum, der immergrün das Leben durch den kargen Winter trägt.

Eiben-Arten sind immergrüne Sträucher, können sich aber auch im Alter zu bis mittelgroße Bäume entwickeln.

Die meisten Eibenarten, enthalten giftige Inhaltsstoffe. Alle Teile bis auf den auffallende roten Samenmantel – von dem man es eigentlich am ehesten annimmt – sind giftig. Fälle von tödlichen Vergiftungen durch Eiben sind von Menschen, Rindern und Pferden bekannt; Hirsche und Elche dagegen fressen gelegentlich Eibennadeln
Wie alles was uns giftig erscheint, ist es nur eine Sache der Dosierung um eine Heilwirkung zu erzielen. In der Volksheilkunde fanden die Eibennadeln z.B. bei Wurmbefall, als Herzmittel oder zur Förderung der Menstruation, auch als Abtreibungsmittel wohl dosierten Einsatz. Hildegard von Bingen lässt die Eibe aber wieder zum Lebensbaum werden, wenn sie schreibt: „ De Ybenbaum ist ein Sinnbild der Fröhlichkeit“ und rät sogar, den Rauch seines Holzes gegen Schnupfen und Husten einzuatmen. Heutzutage gibt es positive Versuche bei dem Einsatz zur Behandlung von Brust und Eierstockkrebs.

In der europäischen Mythologie finden wir viele Geschichten über die Eiben.
Die Jagdgöttin Artemis tötet mit Eibengiftpfeilen die Töchter der Niobe, die sich ihr gegenüber ihres Kinderreichtums gerühmt hatte.
Auch die Kelten verwendeten Eibennadelabsud, um ihre Pfeilspitzen zu vergiften und Julius Caesar berichtet in seinem Gallischen Krieg von einem Eburonen-Stammesfürst, der lieber mit Eibengift Selbstmord beging, als sich den Römern zu ergeben.
Zur Giftigkeit der Europäischen Eibe äußern sich Paracelsus, Vergil und Plinius der Ältere.
Dioskurides berichtete von spanischen Eiben mit einem so hohen Giftgehalt, dass sie schon denen gefährlich werden konnten, die nur in ihrem Schatten saßen oder schliefen

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