Heilpflanze Oktober – Hagebutte

An den Ranken der letzten blühenden Wildrosen leuchten sie im Garten unübersehbar, während die Blätter schon längst welken.  Gar nicht so einfach sie zu ernten, verstecken sie sich doch tief in Hecken – im Hag – mit vielen feinen Dornen.

Ein Männlein steht im Walde

Es hat von lauter Purpur ein Mäntlein um .. (von Fallersleben)

Als Hagebutten werden die Früchte verschiedener Wild – Rosenarten bezeichnet. Sie werden auch Heckenrose oder Apfelrose genannt, bei der Hundsrose sind es eher die dicken runden Früchte, während die anderen klein und länglich sind.

Man kann sie roh essen, wenn man die kleinen Kerne – eigentlich sind es Sammelnüsse – entfernt und das Fruchtfleisch zu einem – ausgesprochenen leckerem und sehr gesundem – Mus verarbeiten.  (Vitamin C und B komplex) Die Kerne sind sehr ölhaltig, aber das selbst extrahieren lohnt sich nicht. Es ist recht günstig zu bekommen und ein wundervolles Hautpflegemittel.

Zum Verkochen kann man sie im ganzen nehme und das Mus danach mit einem Sieb von den Samen trennen.

Am einfachsten kann man sie nutzen, in dem man die entkernten Früchte trocknet und als einen Vitamin C reichem Tee nutzt. In vielen Teemischungen werden sie mit Hibiscus oder Malve versetzt da sie nicht sehr farbintensiv sind.

In Essig eingelegt ergeben sie einen sehr guten Würzessig. Früchte ein wenig quetschen (eventuell noch ein paar Kräuter dazu geben – Salbei, Estragon oder Thymian passen sehr gut) und mit Essig auffüllen, ca. 6 -8 Wochen stehen lassen und abseihen.

Natürlich geht das auch mit Alkohol anzusetzen 😉 dazu passen Zimt und Nelken. Die Früchte zerschneiden und mit braunem Zucker durchziehen lassen mit Weinbrand (Grappe ist auch lecker) aufgießen und ca. 2 Monate ziehen lassen.  Etwas Zitrone dazu und fertig ist ein leckerer Likör

Als Heilkraut werden sie weniger genutzt, obwohl ihre Inhaltsstoffe beindruckend sind. Bei Arthrose, Rheuma und Gicht soll sie bewiesenermaßen helfen. Eine dänische Forschergruppe um Larsen identifizierte im Jahr 2003 den in der wilden Hagebutte vorkommenden aktiven Inhaltsstoff Galaktolipid, das bei Temperaturen über 40 Grad Celsius zerstört wird. Diese Forscher führten zwei Studien durch, in denen nach Einnahme von 5 g Hagebuttenpulver eine Senkung des C-reaktiven Proteins festgestellt wurde, sowie eine erhöhte Beweglichkeit des Hüftgelenks und eine Reduktion des Schmerzmittelverbrauchs um 44 %. Auffallend war der weit über das Studienende hinausgehende Langzeiteffekt.] Eine Forschergruppe um Arsalan Kharazmi an der Universität Kopenhagen bestätigte 2004 die positiven Effekte einer Ernährungstherapie mit Hagebuttenpulver.(quelle Wikipedia)

In der Schamanischen Reise hatte meine Kräuterfrau ein besonderes Rezept für mich:

Eine Handvoll Hagebutten, durchschneiden so das die Inhaltstoffe besser rausziehen können. Zusammen mit einem halbe Liter Milch aufkochen. Die abkühlende Milch mit Honig süßen.

Für schwache und kränkelnde Kinder und alte Menschen.

Zum Trocknen zog sie die Hagebutten auf Fäden und hing sie in der Nähe des Ofens auf, da sie sehr feuchtigkeitshaltig waren und beim Trocknen im Korb schnell schimmeln können.

Diese Hagebuttenschnüre können zu Kreisen gebunden als Abwehrzauber eingesetzt werden. Wenn man überlegt wie stachelig sich die schönen Früchtchen schützen, ist es eine durchaus passende Analogie.

 

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