Übergangsrituale

Oft stehen wir an Punkten an denen wir uns von etwas trennen müssen, weil unser Weg (oder der unseres Gegenübers) in eine andere Richtung führt. Diese Moment sollten wir nicht einfach verdrängen, sondern zelebrieren.

Es sind Übergänge, Schwellen, Initationszeiten.

Um diese Prozesse des Wachsen und Loslassens einfach zu machen, können kleine Ritual helfen und Klarheiten schaffen. z.B. wenn das „Kind“ auszieht und ein eigenes Leben beginnt, kannst du für das Kind einen Baum pflanzen (falls du es noch nicht zur Geburt gemacht hast) und diesen Baum in deinem Garten als Verbindung zwischen dir und deinem Kind sehen. Du kannst ihn blühen, grünen und wachsen sehen und irgendwann wird er auch Früchte tragen. So wie auch dein Kind weiter wächst …

Bei einem Besuch kann es z.B. jedes Mal ein Band anbringen, so dass es ein Baum voller freudiger bunter Erinnerungen wird.

Ein weiteres Initationritual wäre es zusammen mit dem Kind, einen Koffer der Erinnerung zu packen und für jedes Lebensjahr einen Gegenstand hineinzutun. Alles andere sollte im Laufe der Zeit aus dem nicht mehr genutzten Raum „Kinderzimmer“ verschwinden.

Zum Abschluss des Rituales können beide gemeinsam ein Bild aus Kindertagen verbrennen, welches bis jetzt vielleicht ganz präsent auf dem Regal stand. Die Kindheit ist vorbei. Nun kommt hier ein Bild des jungen Erwachsenen hin.

Ein besonderes Ritual habe ich während einer Schamanischen Reise erhalten.

Die Trommeln klangen plötzlich wie ein Digeriedoo und ich flog über eine Wüste aus rotem Sand, bis ich in einem Eingeborenen Dorf landete. Dort wurde gerade ein Junge von den Älteren Männern des Stammes von seiner Mutter abgeholt.

Zum Abschied zeichnete sie ihm mit weißer Farbe eine Eidechse auf die Hand. Der Junge hatte einen Beutel voller Steine bei sich und übergab ihn der Mutter: „ Hier hast du (d)mein Leben zurück. All das was du für mich getan hast.“

Die Mutter nahm jeden Tag einen Stein aus dem Beutel und erinnerte sich an eine Begebenheit, ein Jahr aus dem Leben des Jungen und malte hierfür ein Muster, ein Zeichen auf den Stein. Die Steine legte sie in einer Spirale auf den Boden. Stein für Stein wuchs die Spirale und die Erinnerung, bis der letzte Stein aus den letzten Tagen gelegt war. Ein Lebensmuster war entstanden, bunt und tröstlich lag es auf dem sicheren Boden und erfüllt sie mit Dankbarkeit und Kraft…

 

 

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